Fachabitur im Fernstudium nachholen

Fachhochschulreife auf 2. Bildungsweg
Möchte man noch einmal studieren und hat das Abitur im 1. Bildungsweg verpasst, reicht das Fachabitur aus, welches man gut an Fernschulen nachmachen kann.

Mit dem Fachabitur in der Tasche wird es möglich, bestimmte Berufsausbildungen oder weiterführende Studiengänge zu absolvieren. Fernschulen bieten Kurse zur Erlangung der Fachhochschulreife an. In der Regel sind die Schwerpunktthemen Wirtschaft, Technik, Verwaltung, Elektrotechnik, Maschinenbau oder Gesundheitswesen im Angebot. Wer die Fachhochschulreife in der Tasche hat, dem werden grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten bescheinigt, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten.

Der Arbeitsmarkt verlangt heute nach Berufspraktikern, die über einen großen Erfahrungsreichtum verfügen. Ein zusätzlich qualifizierendes Studium ist die ideale Ergänzung. Bewerber mit Fachabitur können sich an jeder Fachhochschule im gesamten Bundesgebiet bewerben und die berufliche Praxis fachtheoretisch untermauern. Sie können den Bachelor machen und auch einen weiterführenden Masterstudiengang belegen. Es ist eine echte Alternative zum Vollabitur, wenn man sich fachspezifisch bessere Aufstiegschancen eröffnen und das bisherige Tätigkeitsfeld erweitern will.

Fernschulen bieten Lehrgänge an, bei denen das bereits angesammelte Wissen aus der beruflichen Tätigkeit als Grundlage dient. Die praktischen Erfahrungen aus dem Beruf sorgen für den relevanten Praxisbezug. Mit Blick auf das Abitur lässt sich sagen, dass die Fachhochschulreife die Kenntnisse einer einzigen Fremdsprache voraus setzt, was meistens Englisch ist. Die Kenntnis zweier Fremdsprachen ist nicht erforderlich. Die vorhandenen Sprachkenntnisse werden im Fernlehrgang zum Fachabitur insoweit gefestigt, als dass sie den Prüfungsanforderungen genügen.

Neue Perspektiven mit Fachabitur

Die Fachhochschulreife eröffnet Zugang in akademische Kreise. Absolventen verbessern ihre berufliche Perspektive wesentlich. Umso wichtiger ist es, das Schwerpunktthema des Fachabiturs auf den Bereich auszurichten, der der zukünftigen Karriereplanung am nächsten kommt. Wer beispielsweise die Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft macht, ist später für ein nachfolgendes Bachelorstudium VWL/BWL sehr gut gerüstet.

Formale Zulassung zum Fachabitur

Zum Nachweis der schulischen Grundvoraussetzungen sind die entsprechenden Zeugnisse beizubringen. Neben dem vorgeschriebenen Bewerbungsformular fordern die Fernschulen einen Lebenslauf, Passfoto sowie eine Kopie des Personalausweises an. Im Einzelfall kann ein Bewerbungsanschreiben erforderlich sein. Welche individuellen Unterlagen die gewählte Fernschule für den Fachabiturlehrgang wünscht, ist im Einzelfall zu klären.

Verlauf des Fachabiturs

Wer das Fachabitur über einen Fernkurs belegt, kann an Fernschulen jederzeit beginnen. Die Vergleichphase beträgt in den meisten Fällen vier Wochen und ist unverbindlich. Innerhalb von 24 bis 39 Monaten lassen sich alle relevanten Fächer so weit vorbereiten, dass die Studierenden auf die Abschlussprüfung vorbereitet sind. Falls im Einzelfall mehr Zeit benötigt wird, dürfen zwölf Monate Verlängerung beantragt werden. Der Zeitaufwand beläuft sich auf etwa 15 h pro Woche. Es gibt drei Varianten, das Fachabitur zu erlangen.

  • Zugangsvoraussetzung Realschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung; Dauer 24 Monate (Kompaktkurs)
  • Zugangsvoraussetzung Realschulabschluss älter als fünf Jahre, Dauer 30 Monate
  • Hauptschulabschluss, Dauer 36 Monate, beim Schwerpunkt Gesundheit 39 Monate (Kombikurs)

Neben den bereits genannten Voraussetzungen kann es in Abhängigkeit vom Bundesland alternative Zugangsvoraussetzungen geben. Diese sind im Einzelfall nachzufragen. Die Kosten eines Fernlehrgangs für das Fachabitur sind variabel und sollten im Anbietervergleich überprüft werden. Zur Finanzierung stehen öffentliche Fördermöglichkeiten bereit.

Fernschulen für Fachabitur

Es gibt eine Reihe von staatlich anerkannten Fernschulen, die das Fachabitur im Angebot haben. Alle Fernschulen schicken kostenlos Informationsmaterial zu, so dass Interessenten zuhause in Ruhe vergleichen können, welcher Anbieter geeignet ist. Es ist durchaus möglich, dass sich die Lehrinhalte voneinander unterscheiden. Auch die Kosten und die Dauer sind unterschiedlich. Hier hilft tatsächlich nur der direkte Vergleich anhand aktueller Unterlagen.

Inhalt unterschiedlicher Fachabitur-Schwerpunkte

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es die Schwerpunkte

  • Wirtschaft,
  • Technik,
  • Verwaltung,
  • Elektrotechnik,
  • Maschinenbau und
  • Gesundheitswesen.

Die Studieninhalte eines Fachabiturs mit dem Schwerpunkt Wirtschaft sehen in aller Regel so aus: Deutsch, Englisch, Mathematik, BWL, VWL, Rechnungswesen, Physik, Chemie, Geschichte, Politik, Informationsverarbeitung und Religion (nicht in allen Bundesländern).

Im Fachabitur mit Schwerpunkt Technik wird in diesen Fächern unterrichtet: Deutsch, Geschichte, Politik, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Geometrie, Technisches Zeichnen, Technologie, Informationstechnik. Im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung kommen neben den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Politik, Biologie, Chemie und Physik fachspezifische Unterrichtsfächer aus der Wirtschaft und Verwaltung zum Tragen. Diese sind Marketing, Projektplanung und Durchführung, Rechnungswesen, Unternehmensgründung, Prozesse der Leistungserstellung sowie gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Der Schwerpunkt Elektrotechnik unterscheidet sich nur hinsichtlich der letztgenannten fachspezifischen Unterrichtsfächer. Hier werden physikalische Grundlagen, Gleichstromtechnik und Wechselstromtechnik, elektronische Geräte und Baugruppen, Verstärkerschaltungen, elektrische Antriebe und Schaltungen zur Informationsverarbeitung gelehrt. Diese Aufzählung stellt lediglich einen kleinen Ausschnitt dar. Je nach Fachrichtung, Schule und Bundesland unterscheidet sich die Ausgestaltung im Detail.

Fazit

Wer genau weiß, dass seine berufliche Entwicklung in einen praxisbezogenen Beruf geht, ist mit dem Fachabitur gut bedient. Als Grundlegende Voraussetzung für ein weiterführendes Studium im Ingenieurswesen, Hoch- oder Tiefbau, Gesundheitswesen, Elektrotechnik oder Maschinenbau ist das Fachabitur zwingende und sinnvoll zugleich. Wer jedoch eine geisteswissenschaftliche Karriere anstrebt, benötigt auf jeden Fall das Vollabitur.

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