Hintergründe

Der zweite Bildungsweg

Schulabschlüsse nachholen - das deutsche System der zweiten Chance.

Straße teilt sich in mehrere Richtungen mit Bildungswegweisern zu verschiedenen Bildungseinrichtungen
Der zweite Bildungsweg: Alternative Wege zum Schulabschluss in Deutschland.Bild: KI generiert
Über 50.000
Teilnehmer jährlich
4 Wege
Zum Abitur
16 Bundesländer
Eigene Regelungen
Seit 1927
Tradition in Deutschland

Der zweite Bildungsweg bezeichnet in Deutschland die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachträglich zu erwerben - auch nach dem Ende der regulären Schulpflicht. Er bietet Menschen eine zweite Chance, die ihren gewünschten Abschluss auf dem ersten Bildungsweg nicht erreicht haben.

Die Geschichte des zweiten Bildungswegs reicht bis in die Weimarer Republik zurück. Bereits 1927 wurden die ersten Abendgymnasien gegründet, um berufstätigen Erwachsenen den Zugang zur Hochschulreife zu ermöglichen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das System systematisch ausgebaut und ist heute ein fester Bestandteil des deutschen Bildungssystems.

Institutionen des zweiten Bildungswegs

Rechtliche Grundlagen

Gesetzlicher Rahmen

Der zweite Bildungsweg ist in den Schulgesetzen der 16 Bundesländer verankert. Aufgrund des föderalen Systems gibt es in jedem Bundesland eigene Regelungen zu Zugangsvoraussetzungen, Dauer und Prüfungsordnungen. Grundsätzlich steht der zweite Bildungsweg allen Erwachsenen offen, die bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen.

  • Verankerung in den Schulgesetzen aller 16 Bundesländer
  • Kultusministerkonferenz (KMK) sorgt für gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse
  • Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ist dem regulären Abitur gleichgestellt
  • Förderung durch BAföG und weitere Finanzierungsmöglichkeiten gesetzlich geregelt

Bedeutung für die soziale Mobilität

Chancengleichheit
  • Zugang zu höherer Bildung unabhängig vom bisherigen Bildungsweg
  • Ermöglicht sozialen Aufstieg durch nachträgliche Qualifikation
  • Korrektur früherer Bildungsentscheidungen möglich
Gesellschaftlicher Nutzen
  • Bekämpfung des Fachkräftemangels durch höhere Qualifikation
  • Stärkung der Wirtschaft durch besser ausgebildete Arbeitskräfte
  • Integration und Teilhabe für Menschen mit Migrationshintergrund

Wussten Sie schon?

  • Jährlich nutzen über 50.000 Menschen in Deutschland den zweiten Bildungsweg
  • Die Erfolgsquote bei der Abiturprüfung auf dem zweiten Bildungsweg liegt bei über 70%
  • Absolventen des zweiten Bildungswegs sind an Hochschulen überdurchschnittlich erfolgreich
  • Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt zwischen 22 und 28 Jahren