Hintergründe zum Abitur nachholen, vom Mindestalter bis zur Förderung
Mindestalter, Prüfungsgebühr und Meldeschluss legt jedes Bundesland selbst fest. Das BAföG gilt bundesweit und ist am Abendgymnasium und am Kolleg ein Zuschuss.

Wer das Abitur nachholen will, trifft auf Regeln, die jedes Bundesland selbst festlegt. Das Abendgymnasium nimmt in 8 Ländern ab 18 Jahren auf, in 7 erst ab 19. Abendgymnasium und Kolleg dauern in der Regel drei Jahre. Die Externenprüfung, also das Abitur ohne Schulbesuch, kostet in den 6 Ländern mit erhobener Gebühr zwischen 0 Euro in Baden-Württemberg und Bremen und 400 Euro in Hamburg. Nur das BAföG gilt bundesweit gleich: Am Abendgymnasium und am Kolleg ist es ein Zuschuss, den niemand zurückzahlt.
8 Fragen, die Sie vor der Anmeldung klären sollten
Wie alt muss man sein, um das Abitur nachzuholen?
Das Abendgymnasium nimmt in 8 Bundesländern ab 18 Jahren auf, in 7 erst ab 19. Die Kultusministerkonferenz, in der sich die Bildungsminister der Länder abstimmen, nennt 19 Jahre, bindet die Länder damit aber nur politisch.
Alle Zugangsregeln im VergleichWas kostet es, das Abitur nachzuholen?
Die Externenprüfung kostet in den 6 Ländern mit erhobener Gebühr 0 bis 400 Euro, am meisten in Hamburg. Abendgymnasium und Kolleg sind in 13 von 16 Ländern amtlich schulgeldfrei.
Gebühren und Schulgeld im EinzelnenWie lange dauert es, das Abitur nachzuholen?
Abendgymnasium und Kolleg dauern in der Regel sechs Halbjahre, also drei Jahre. Für die Externenprüfung endet die Anmeldung je nach Land zwischen dem 1. September in Nordrhein-Westfalen und dem 1. April in Rheinland-Pfalz.
Fristen und Regeldauer je LandWer fördert das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg?
Der Staat fördert das Abitur am Abendgymnasium und am Kolleg mit BAföG. Es ist nach § 17 Absatz 1 BAföG ein Zuschuss, den niemand zurückzahlt, und hängt nicht vom Einkommen der Eltern ab. Für die Vorbereitung auf die Externenprüfung an einer privaten Fernschule gibt es in der Regel kein BAföG.
Förderung und GebührenbefreiungWas bringt das nachgeholte Abitur?
Das nachgeholte Abitur ist die allgemeine Hochschulreife. Sie öffnet jedes Studienfach an jeder deutschen Hochschule, und das Zeugnis unterscheidet sich nicht von einem am Gymnasium erworbenen.
7 Gründe und was jeder bringtWoran kann das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg scheitern?
Das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg scheitert oft an Fristen und an der Doppelbelastung aus Beruf und Unterricht. In drei Ländern ist der Meldeschluss eine Ausschlussfrist, also ein Termin ohne jede Nachfrist, und vier Länder schreiben Berufstätigkeit während des Abendgymnasiums vor.
6 Hürden und was gegen sie hilftWas ist der zweite Bildungsweg?
Der zweite Bildungsweg ist der Sammelbegriff für alle Bildungsgänge, die einen Schulabschluss nach dem Ende der Schulpflicht vermitteln. Zum Abitur führen drei davon, nämlich Abendgymnasium, Kolleg und Externenprüfung.
Die 3 Wege zum Abitur im VergleichWie unterscheiden sich die Bundesländer beim Abitur nachholen?
Die Bundesländer unterscheiden sich beim Abitur nachholen schon in den Schulformen. Zwei Länder führen kein Kolleg, eines kein Abendgymnasium, und Brandenburg verwendet keinen der beiden Begriffe, sondern spricht von der Schule des Zweiten Bildungsweges. Erfasst sind bundesweit 141 Einrichtungen, die zum Abitur führen.
Vergleichstabelle aller 16 LänderJedes Bundesland setzt eigene Regeln, weil Schule Ländersache ist
Das Schulwesen ist in Deutschland Sache der Länder. Jedes Land regelt in eigenen Gesetzen und Verordnungen, ab welchem Alter es aufnimmt, welche Vorbildung es verlangt, was die Prüfung kostet und welche Behörde entscheidet. Die Kultusministerkonferenz, in der sich die Bildungsminister der Länder abstimmen, vereinbart dazu einen Rahmen. Dieser Rahmen bindet die Länder nur politisch, nicht rechtlich, und jedes Land darf davon abweichen.
Am Mindestalter lässt sich das ablesen. Ziffer 2.1 der Vereinbarung zur Gestaltung der Abendgymnasien nennt das erreichte 19. Lebensjahr, aber 8 der 15 Länder mit einem Abendgymnasium lassen schon ab 18 zu. Wer sich dort auf die Zahl der Kultusministerkonferenz verlässt, wartet ein Jahr länger als nötig.
48 Rechtsdatensätze und 235 Einrichtungen bilden die Grundlage von abi-nachholen.net
Die Zulassungsregeln stammen aus den Schulgesetzen und Verordnungen der 16 Bundesländer, je Land drei Datensätze für Abendgymnasium, Kolleg und Externenprüfung. Zu jedem Datensatz gehören der Paragraf, die Fundstelle auf einer amtlichen Website, der Wortlaut der Vorschrift und der Tag des Abrufs. Wo eine Angabe auf keiner amtlichen Website zu finden war, steht sie als Lücke da und nicht als Null.
Die Schulangaben stammen aus den amtlichen Schulverzeichnissen der Länder und von den Websites der Schulen und ihrer Träger. Erfasst sind 235 Einrichtungen, davon führen 141 zur allgemeinen Hochschulreife. Wie die Erhebung entstanden ist und wo sie an Grenzen stößt, beschreibt die Redaktion unter Über uns.
Häufige Fragen zu den Grundlagen des Abiturs auf dem zweiten Bildungsweg
- Was muss man wissen, bevor man das Abitur nachholt?
- Wer das Abitur nachholen will, sollte vorher das Mindestalter seines Bundeslands, die geforderte Vorbildung und den Meldeschluss kennen. Dazu kommt die Entscheidung, ob die Arbeit weiterlaufen soll, denn am Abendgymnasium geht das und am Kolleg nicht. 8 Länder nehmen am Abendgymnasium ab 18 Jahren auf, 7 ab 19, und alle verlangen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder zwei Jahre Berufstätigkeit.
- Warum sind die Regeln zum Abitur nachholen in jedem Bundesland anders?
- Die Regeln zum Abitur nachholen unterscheiden sich, weil das Schulwesen in Deutschland Ländersache ist. Jedes Land regelt Zugang, Dauer, Gebühren und Zuständigkeit in eigenen Gesetzen und Verordnungen. Die Kultusministerkonferenz, in der sich die Bildungsminister der Länder abstimmen, vereinbart nur einen Rahmen, und dieser Rahmen bindet die Länder politisch, nicht rechtlich.
- Woher stammen die Angaben auf abi-nachholen.net?
- Die Zulassungsregeln auf abi-nachholen.net stammen aus den Schulgesetzen und Verordnungen der 16 Bundesländer, insgesamt 48 Datensätze mit Paragraf, Fundstelle und Abrufdatum. Die Schulangaben stammen aus den amtlichen Schulverzeichnissen der Länder und von den Seiten der Schulen selbst, 235 Einrichtungen. Zu jeder Angabe gehört der Satz, aus dem sie hervorgeht.
- Ist das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg schwerer als am Gymnasium?
- Das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg stellt dieselben Prüfungsanforderungen wie das Gymnasium, aber unter anderen Umständen. Am Abendgymnasium kommt der Unterricht zur Berufstätigkeit hinzu, die in mehreren Ländern sogar vorgeschrieben ist. Bei der Externenprüfung fehlen zusätzlich die Vornoten, also die Kursnoten aus der Oberstufe, die sonst in die Gesamtnote eingehen. Deshalb wiegt dort jede Prüfungsleistung schwerer.
- Welcher Weg zum Abitur ist der günstigste?
- Gemessen an den Ausgaben ist die Externenprüfung in einem Land ohne Prüfungsgebühr der günstigste Weg zum Abitur, etwa in Baden-Württemberg oder Bremen. Dort zahlen Sie nur für die eigene Vorbereitung. Die meiste Unterstützung bietet das staatliche Kolleg, denn es verlangt kein Schulgeld und zahlt BAföG als Zuschuss ab dem ersten Tag. Die höchste Prüfungsgebühr verlangt Hamburg mit 400 Euro, und ein privater Fernlehrgang zur Vorbereitung kostet zusätzlich.
Woher die Angaben stammen
- Kultusministerkonferenz: Vereinbarungen zur Gestaltung der Abendgymnasien und der Kollegs, Fassung vom 06.06.2024. Abgerufen am .
- Bundesministerium der Justiz: § 17 BAföG, Ausbildungsförderung als Zuschuss. Abgerufen am .
- Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg: Gebührenaufstellung für externe Prüfungen, Stand Dezember 2025. Abgerufen am .
- abi-nachholen.net: Eigene Erhebung, 48 Rechtsdatensätze und 235 Einrichtungen. Abgerufen am .