Die Fachhochschulreife ist die schnellere Alternative, wenn das Ziel ein Fachhochschulstudium ist. Sie besteht aus einem schulischen Teil und einem praktischen Teil, und wer bereits eine Berufsausbildung hat, erfüllt den praktischen Teil oft damit. Der Preis: Sie gilt an Fachhochschulen, aber nicht an Universitäten.
Der Kern des Arguments: schneller ans Ziel
Wer das Abitur nachholt, investiert in der Regel mehr Schuljahre als jemand, der nur die Fachhochschulreife anstrebt. Wenn das Berufsziel ohnehin ein Studiengang an einer Fachhochschule ist, etwa Betriebswirtschaft, Soziale Arbeit oder Ingenieurwesen mit Praxisanteil, dann führt die Fachhochschulreife direkt zum Ziel. Der Umweg über die volle Hochschulreife kostet Zeit, die keinem Zweck dient.
Das Argument dreht sich um, sobald das Ziel offen ist. Die allgemeine Hochschulreife berechtigt ohne Fachbindung, die Fachhochschulreife institutionell beschränkt. Wer noch nicht weiß, ob es die Fachhochschule oder die Universität wird, sollte den Bildungsgang wählen, der beide Abschlüsse führt, denn die Fachhochschulreife lässt sich unterwegs mitnehmen, das Abitur nicht umgekehrt abkürzen.
Der Vergleich der beiden Berechtigungen im Detail steht auf der Seite zur Fachhochschulreife.
Wie die Fachhochschulreife zustande kommt: zwei Teile
Die Fachhochschulreife ist ein zweiteiliger Abschluss. Der schulische Teil entsteht durch den Besuch der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe, in der Regel durch mindestens zwei Schulhalbjahre mit entsprechenden Leistungen. Der praktische Teil ist landesrechtlich geregelt und wird zum Beispiel durch eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Praktikum oder eine Berufstätigkeit erfüllt.
| Teil | Wie erworben | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Schulischer Teil | Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe, in der Regel mindestens zwei Halbjahre | entsteht unterwegs auf dem Weg zum Abitur |
| Praktischer Teil | Berufsausbildung, Praktikum oder Berufstätigkeit nach Landesrecht | wer eine Ausbildung hat, erfüllt ihn oft bereits |
| Beide zusammen | ergeben die volle Fachhochschulreife | erst sie berechtigt zum Studium |
Für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung ist das eine zentrale Nachricht: Der praktische Teil ist bei ihnen häufig schon erfüllt. Wer also nur den schulischen Teil nachholen muss, ist schneller fertig, als es der Begriff Fachabi vermuten lässt.
Wer sollte die Fachhochschulreife wählen, wer das Abitur
Die Entscheidung lässt sich auf zwei Fragen verdichten: Wie sicher ist das Studienziel, und ist es eine Fachhochschule oder eine Universität? Wer beide Fragen klar mit Fachhochschule beantworten kann, spart mit der Fachhochschulreife Zeit. Wer bei einer der beiden Fragen zögert, fährt mit dem Abitur sicherer.
- Fachhochschulreife lohnt sich, wenn das Ziel ein bestimmter Fachhochschulstudiengang ist, etwa Soziale Arbeit, Pflege oder ein Ingenieurfach mit Praxissemester.
- Abitur lohnt sich, wenn ein Universitätsstudium möglich bleiben soll, etwa für Lehramt, Rechtswissenschaft oder Medizin.
- Abitur lohnt sich ebenfalls, wenn der höhere Dienst im öffentlichen Sektor oder eine wissenschaftliche Laufbahn infrage kommt.
- Beide Wege, also die Fachhochschulreife mitnehmen und später aufstocken, bieten manche Bildungsgänge des zweiten Bildungswegs ausdrücklich an.
Eine Sonderrolle spielt das berufliche Gymnasium: Es führt in drei Jahren zur vollen Hochschulreife, gehört aber zum ersten Bildungsweg. Für Menschen mit Ausbildung ist es eine Option, wenn die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind.
Wo Sie die Fachhochschulreife nachholen können
Auf dem zweiten Bildungsweg wird die Fachhochschulreife vor allem an Abendgymnasien, Kollegs und Weiterbildungskollegs angeboten, meist als Mitnahme auf dem Weg zum Abitur: Der schulische Teil entsteht nach den ersten Halbjahren der Qualifikationsphase. Daneben gibt es eigenständige Bildungsgänge, die gezielt zur Fachhochschulreife führen, etwa an Berufskollegs und in Fernlehrgängen.
Die Auswahlkriterien sind dieselben wie beim Abitur:
- Zulassungsvoraussetzungen: mittlerer Schulabschluss und teils Alter oder Berufstätigkeit.
- Organisationsform: am Abend, Vollzeit oder als Fernstudium, je nach beruflicher Situation.
- Abschlussoptionen: nur Fachhochschulreife oder die Möglichkeit, das Abitur dranzuhängen.
Wer berufstätig ist, findet die neben dem Beruf laufenden Formen auf der Seite zur Abendschule; wer Vollzeit studieren will, beim Kolleg. Eine Übersicht der Einrichtungen steht im Anbieterverzeichnis.
Die Grenzen der Berechtigung ehrlich benannt
Die Fachhochschulreife ist eine gute Wahl, wenn sie passt, aber ihre Grenzen sollten vor der Entscheidung klar sein. Sie berechtigt zum Studium an Fachhochschulen, nicht aber an Universitäten. Wer später doch an die Universität will, muss die Berechtigung aufstocken, also in der Regel das Abitur nachholen oder einen beruflichen Zugangsweg nutzen.
Dazu kommen zwei praktische Punkte:
- Landesrecht: Die Anerkennung des praktischen Teils und die Wege zum schulischen Teil unterscheiden sich je Bundesland. Bayern und Sachsen etwa sehen den Erwerb der Fachhochschulreife über die gymnasiale Oberstufe nach der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz nicht vor.
- Studiengangswahl: Manche Studiengänge verlangen unabhängig von der Hochschulform eine bestimmte Qualifikation oder Zusatzvoraussetzungen, etwa Praktika oder Eignungsprüfungen. Die Zugangsvoraussetzungen des Zielfachs sollten immer mitgeprüft werden.
Wer die Möglichkeiten des Studiums ohne Abitur über die berufliche Qualifikation kennt, kann die Grenzen entschärfen: Auch ohne Hochschulreife führen Ausbildungen und Fortbildungen zum Studium. Der Artikel zum Studieren ohne Abitur beschreibt diese Wege.
Kosten und Aufwand im Vergleich
Der Aufwand für die Fachhochschulreife ist kleiner als der für das Abitur, weil weniger Schulzeit nötig ist, aber er ist nicht null. Je nach Weg fallen Schulgeld an freien Trägern, Fahrtkosten und Lebenshaltung an, und die Dauer richtet sich nach der Vorbildung.
| Fachhochschulreife | Abitur | |
|---|---|---|
| Schulische Dauer | kürzer, da nur die Qualifikationsphase nötig | länger, je nach Bildungsgang |
| Praktischer Teil | zusätzlich nötig, oft schon erfüllt | in der Regel im Bildungsgang integriert |
| Offene Türen | Fachhochschulen | alle Hochschulen |
| Risiko bei Zielwechsel | neu ansetzen nötig | keins, Berechtigung gilt unbefristet |
Die Frage der Finanzierung ist bei beiden Wegen dieselbe. Die Details stehen auf den Seiten zur Finanzierung und Förderung und zu den Kosten des nachgeholten Abiturs.
Häufige Fragen
Ist die Fachhochschulreife schneller als das Abitur?
In der Regel ja. Der schulische Teil der Fachhochschulreife entsteht nach wenigen Halbjahren der Qualifikationsphase, während das Abitur den vollständigen Durchlauf der Oberstufe verlangt. Wer den praktischen Teil schon über eine Berufsausbildung erfüllt, ist entsprechend schneller fertig.
Kann ich mit der Fachhochschulreife an die Universität?
Nein, die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen, nicht an Universitäten. Wer die Universität anstrebt, braucht die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife oder einen beruflichen Zugangsweg, etwa über den Meister oder eine Hochschulzugangsprüfung.
Habe ich mit einer Berufsausbildung den praktischen Teil schon erfüllt?
Häufig ja. Eine abgeschlossene Berufsausbildung erfüllt den praktischen Teil der Fachhochschulreife in vielen Bundesländern, die genauen Bedingungen legt jedes Land selbst fest. Ob Ihre Ausbildung anerkannt wird, klärt die aufnehmende Schule oder die zuständige Behörde.
Kann ich die Fachhochschulreife später zum Abitur aufstocken?
Ja, das ist möglich und ein bewährter Weg. Wer erst die Fachhochschulreife mitnimmt und später das Abitur nachholen will, setzt die schulische Laufbahn entsprechend fort. Umgekehrt lässt sich ein einmal verlassener Abiturbildungsgang nicht rückwirkend verkürzen.
Wo gibt es die Fachhochschulreife auf dem zweiten Bildungsweg nicht?
Bayern und Sachsen sehen den Erwerb der Fachhochschulreife über die gymnasiale Oberstufe laut der Vereinbarung der Kultusministerkonferenz nicht vor. Wer dort die Fachhochschulreife anstrebt, prüft die landesspezifischen Wege, etwa über Berufskollegs oder andere Bildungsgänge.
Reicht die Fachhochschulreife für ein duales Studium?
Das hängt vom Studiengang und der Hochschule ab. Duale Studiengänge liegen überwiegend an Fachhochschulen, wo die Fachhochschulreife grundsätzlich berechtigt. Die konkreten Zugangsvoraussetzungen legt jeweils die Hochschule gemeinsam mit dem Unternehmen fest.